Rückblick 11.
Gautinger Internet-Treffen: Gutes Netz - böses Netz
Bereits zum 11. Mal versammelten
sich beim Gautinger Internet-Treffen medienpädagogisch Interessierte zum
Austausch, zur Information und zur Diskussion. Das Thema „Gutes Netz – böses
Netz“ traf den Nerv der Zeit. Tatsächlich gibt es wichtige Trends im Web 2.0,
über deren Für und Wider sich das Nachdenken lohnt. Die Stichpunkte dazu lauten:
Kulturflatrate, Datenschutz, Onlinezensur, Netzpolitik, Mediatisierung,
Isolation vs. Kommunikation, Flashmobs, Online-Games und creative commons. Über
100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich an beiden Tagen intensiv und
engagiert mit diesen für die Kinder- und Jugendkulturarbeit wichtigen Inhalten
auseinander.
Vorträge und Workshops
Eröffnet wurde die zweitägige Fachtagung von Maren Würfel, Universität Erfurt und Marika Ratthei, Universität Leipzig, mit dem Vortrag „Sozialisationsforschung von Jugendlichen im Internet. Entwicklungslinien und aktuelle Tendenzen“. Das Referat beleuchtete das Verhältnis von Jugend, Medien und Gesellschaft. Beide betonten, dass sich Jugendliche in einer mediatisierten Multioptionsgesellschaft befinden, die ihnen (mitunter riskante) Freiheiten bietet. Sie weisen in ihrer Internetnutzung ein hohes Sendungsbewusstsein auf und nutzen bevorzugt Onlineangebote, bei denen die Möglichkeiten von Rezeption, Kommunikation und Gestaltung miteinander verschmelzen.
Der zweite Veranstaltungstag begann mit dem Beitrag „Kulturflatrate: Pro und Contra“ von Marcel Weiß. Der Blogger und Berater betrachtet Filesharing nicht als Problem, sondern als Symptom der digitalen Kostenstruktur.
Die Relevanz von Computerspielen betonte Ibrahim Mazari in seinem Vortrag „Online-Games und die hohe Faszination auf Jugendliche“. Dabei stellte Herr Mazari die Spielerszene weltweit und v.a. in Deutschland vor. Online-Games sind für ihn eine Form von Sport und haben, insbesondere seit der Evolution des Mehrspielermodus, einen pädagogischen Mehrwert. Seiner Ansicht nach werden für die kommende Generation (Online-)Games zum alltäglichen kulturellen Content gehören. Er rief pädagogisch Verantwortliche dazu auf, sich intensiv und vorurteilsfrei mit Online-Games zu beschäftigen.
Zum Abschluss des Gautinger Internet-Treffens folgte eine Premiere: In Zusammenarbeit mit dem Münchner Netzwerk Inter@ktiv wurde ein Mediensalon mit Markus Beckedahl zum Thema „Netzpolitik – Neue Öffentlichkeiten im Netz“ realisiert. In einem sehr unterhaltsamen und anregenden Vortrag berichtete Beckedahl von seinen Bemühungen und Erfolgen, mit Hilfe einer breiten Internetöffentlichkeit Kampagnen und Aktionen zum Thema Zensur, Datenschutz etc. zu starten. Dieser Vortrag war ein gelungener Abschluss für das 11. Gautinger Internet-Treffen und weckte großes Interesse an diesem Thema.
An beiden Tagen gab es darüber hinaus 14 themenzentrierten Workshops mit kompetenten Referentinnen und Referenten aus breit gestreuten Praxisfeldern.
Kooperationsprojekte "Neue Medien und Internet"
Im Rahmen des Gautinger Internettreffens erfolgte auch dieses Jahr die Präsentation der Medienprojekte, die vom Münchner Stadtjugendamt gefördert wurden. Insgesamt 12 Projektgruppen zeigten ihre Ergebnisse zum Thema "Du & das Internet – Die digitale Welt aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen“.
Besonderheiten
Dieses Gautinger Internet-Treffen wurde zum zweiten Mal per Stream live ins Internet übertragen. Eine Kamera im Plenum ermöglichte es Online-Gästen, den Tagungsablauf zu verfolgen. In Spitzenzeiten nahmen so bis zu 50 Besucher virtuell am Geschehen teil.
Eine Partizipation der besonderen Art war die Einbindung einer „Twitter-Wall“ im Plenum. Die dabei geäußerten Kommentare können unter dem Twitter-Hashtag #git10 nachgelesen werden.
Zum Abschluss…
Impressionen der Veranstaltung sowie weitere Informationen finden Sie unter der Internetadresse: www.git.mixxt.de.
Vorgemerkt:
Das 12. Gautinger Internet-Treffen wird am 22. und 23. März 2011 stattfinden.
Verantwortlich für das 11. Gautinger Internet-Treffen:
Albert Fußmann (Institut für Jugendarbeit, Gauting),
Hans-Jürgen Palme (SIN - Studio im Netz e.V., München),
Jürgen Ertelt (IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der BRD e.V., Bonn)
sowie die Organisatorin Eva Deibele (SIN - Studio im Netz e.V.)