Rückblick 12.
Gautinger Internet-Treffen: Digitale Jugendbildung - E-Partizipation in
Jugendarbeit, Schule und Gesellschaft
Das Dutzend ist voll!
Das erste Gautinger Internet-Treffen fand im März 2000 statt. Die Dot-Com Blase
war in voller Blüte, während vom Web 2.0 noch niemand sprach. Inzwischen gibt es
den „Gefällt-mir“-Button, Facebook-Gruppen und den Hashtag von twitter. Die
medialen Entwicklungen verändern die Welt grundlegend. Kollaboratives
Zusammenwirken (Siehe Causa Guttenberg oder Unterstützerseite für den
Präsidentenkandidaten Gauck) und Partizipationsmöglichkeiten im Netz sind
zeitaktuelle Herausforderungen, nicht nur für die Medienpädagogik, sondern für
die Kinder- und Jugendarbeit insgesamt. Das Thema des Gautinger
Internet-Treffens traf den Nerv der Zeit. Es kamen so viele wie nie und es war
spannend wie selten.
Engagieren sich junge Menschen schon, wenn sie den „Gefällt-mir“-Button drücken?
Sind heute mehr junge Menschen gesellschaftlich und politisch aktiv als in den
Vor-Web 2.0-Zeiten? Ist es wirklich so, dass die Nachricht mich findet, wenn sie
für mich wichtig ist? Welche pädagogischen Anstrengungen sind heute von Nöten,
um die Beteiligung von jungen Menschen zeitgemäß und adäquat zu unterstützen?
Zu den wichtigsten
Ergebnissen des 12. Gautinger Internet-Treffens gehören die Erkenntnisse: Es
gibt keine Beteiligung mehr ohne das Web 2.0. Bürgerhaushalte, Meinungsbildung,
Mobilisierung, Gegenöffentlichkeit finden mittlerweile überwiegend in dieser
Form statt.
Unser demokratisches Miteinander wird
durch das Mitmach-Web grundlegend verändert. Plebiszitäre adhoc
Meinungsstimmungen generieren eine neue Macht des Faktischen. Im Negativen
werden damit Einzelne anonymisiert niedergemacht (Cybermobbing) und im Positiven
werden damit demokratische Entscheidungen bürgernäher getroffen (Stuttgart 21).
Direkte Demokratie und repräsentative Demokratie geraten in ein neues
Spannungsfeld. Und gerade junge Menschen forcieren das Web 2.0.: „Ihr
werdet euch noch wünschen wir wären Politikverdrossen.“
Das 12. Gautinger Internet-Treffen hat im Resümee keine fertigen Antworten zu bieten. Dafür hat es aber wertvolle Impulse gegeben, den vertiefenden Austausch gefördert und vielleicht hier und da A-ha-Erlebnisse geschafft. Das positive Stimmungsbild zum Abschluss belegt, dass es nicht entmutigt, sondern ermutigt hat für den pädagogischen Alltag die Beteiligung von jungen Menschen mit dem Web 2.0 weiter voran zu treiben.
Übrigens: Zur Tagungsdramaturgie und zu den -standards des Gautinger Internet-Treffens gehört seit drei Jahren der Live-Stream, die Twitterwall und die Mixxt-Plattform. Ca. die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmern sitzen während der Tagung an schicken, transportablen Web-n-Go-Geräten und beteiligten sich en passant während sie zuhören. Abschließend festzuhalten ist auch, dass das Gautinger Internet-Treffen inzwischen einen Verdichtungsrahmen für medienpädagogische Events schafft. Einen Tag zuvor gab es dieses Jahr die Pädagogen-LAN, während der Tagung fand das Treffen der GMK-Fachgruppe Multimedia statt und direkt im Anschluss konnte man noch einen AG Inter@ktiv-Salon genießen.
Das Dutzend ist voll und die Veranstalter sind herausgefordert auch nächstes Jahr ein spannendes und erkenntnisreiches Gautinger Internet-Treffen zu veranstalten.
Veranstalter
Das 12. Gautinger Internet-Treffen fand vom 22.-23.03.2011 im Institut für Jugendarbeit in Gauting statt und ist eine Kooperationsveranstaltung von Jugend online/ netzcheckers, SIN-Studio im Netz e.V. und dem Institut für Jugendarbeit Gauting.
Verantwortlich für das 12. Gautinger Internet-Treffen:
Albert Fußmann (Institut für Jugendarbeit, Gauting), Hans-Jürgen Palme (SIN - Studio im Netz e.V., München), Jürgen Ertelt (IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit, Bonn) sowie die Organisatorin Katrin Huber (SIN - Studio im Netz e.V.).
Impressionen …
… der Veranstaltung sowie weitere Informationen finden Sie unter der Internetadresse: http://git.mixxt.de/networks/images/album.49627#images.