Grundschulprojekt - Mulitmediale Stadtteilerkundung 'Der lange Zoom'

Die Inspiration

„Was der Renaissance die Zentralperspektive war, ist uns der "lange Zoom". (NewYork Times 8.10.06)

Die Medien, insbesondere die digitalen Vernetzungstechnologien, verändern nicht nur die Kommunikation und Information. Sie wirken auch auf unsere Sehgewohnheiten und beeinflussen damit unser Bewusstsein.  Im April 1961 startete der russische Kosmonaut Juri Gagarin mit seiner Raumkapsel Sputnik ins All. Seitdem kennen wir die Bilder unserer Erde aus neuer Perspektive. Die Erde als blauer Planet im schwarzen All, diese Bilder hatten und haben bewusstseinsfördernde Aspekte. Die Botschaft dieser Bilder lautet: Wir leben auf einem wunderschönen Planeten, den es zu erhalten gilt. Bilder sagen mehr als Worte und wirken enorm. Unser Zusammenleben, unser Aufeinander-angewiesen-Sein, die Ökologie, die Rohstoffe und Naturschätze, all die damit verbundenen Herausforderungen an ein gelungenes Leben ist diesen Bildern unserer Erde aus dem Weltraum immanent.


Im 21. Jahrhundert, also gut 40 Jahre nach Juri Gagarin, sorgt Google Earth für einen neuen Blick. Das kostenlose Download-Programm zeigt die Erde zunächst als drehenden Globus, der sich langsam dem Betrachter nähert. Aufregend wird es dann, wenn eine Adresse eingetragen wird. Beispiel „Hasenbergl“: Es beginnt der „lange Zoom“. Der Blick rast auf den europäischen Kontinent, auf Deutschland, auf München und landet schließlich im Detail, nämlich im Stadtteil „Hasenbergl“. Zunächst noch unscharf klart das Bild nach wenigen Sekunden auf. Der Mausklick auf die Vergrößerung zeigt Häuser, Straßen, Autos und Menschen. Der mediale Blick auf den Stadtteil bewirkt Neugier und Erkenntnis. Die Lebensrealität verdichtet sich in neuen Perspektiven.

Doch nicht nur Google Earth zeigt neue Sichtweisen. Die mediale Vielfalt der Darstellungen (digitale Fotografie sowie Video- und Tonaufnahmen) ermöglichen es, die eigene Lebensumwelt in erweiterten Formen zu erkunden, zu erkennen und darzustellen und damit Rückkoppelungen für ein erweitertes Bewusstsein abzuleiten. Besonders die verbilligten Reproduktionstechniken bieten völlig neue Chancen für die aktive Medienarbeit. Die Erzeugung medialer Darstellungen war noch nie so einfach und billig wie heute. Dazu kommt, dass die Bedienung der Technik oftmals kinderleicht ist. Gründe genug, mit Kindern eine Stadtteilerkundung der medialen Art zu wagen.
 

 

 


Zu unserem Projekt

Allgemein

Unser Grundschulprojekt „Multimediale Stadtteilerkundung“ verbindet curriculare Lerninhalte mit medienpädagogischen Leitzielen. Die Umsetzung erfolgte im projektzentrierten Unterricht. Dabei erkundeten die Klassen der Grundschule an der Ittlinger Str. ihren Stadtteil Hasenbergl und die SchülerInnen der Canisiusschule ihren Stadtteil Großhadern. Außerdem am Projekt beteiligt waren Hortgruppen, deren Ergebnisse  sowohl als Videofilme als auch als interaktive Präsentation festgehalten wurde.
Die am Projekt beteiligten Kinder nutzten zeitgemäße Medien zur Recherche, zur inhaltlichen Be- und Erarbeitung und schlussendlich zur Aufbereitung. Die Schulkinder erstellten Fotos, malten Bilder und scannten diese ein, schrieben und bearbeiteten Texte, gestalteten multimediale Präsentationen und vieles mehr.
Die Kinder beschrieben ihre persönliche Wohnumgebung und ihre Lieblingsplätze mit Hilfe von Fotos, Videosequenzen und Text. Einen besonderen Stellenwert hatte die Vorführung der Projektergebnisse durch eine von den Schülerinnen und Schülern selbst erstellte PowerPoint Präsentation. Die Lieblingsplätze der Kinder wurden auf mit Frontpage erstellten Webseiten festgehalten.

Das Projekt greift auch das Motto des staatl. Schulamtes für das Jahr 2007 auf. Es lautet: „Medienwelt – verantwortlicher und kompetenter Umgang mit Medien“.

 

ein Projekt von:

SIN-Studio im Netz e.V.

Gefördert vom:
SIN- Stadtjugendamt/Medienbeauftragte im Rahmen der "Modellprojekte Neue Medien und Internet"