Fachtag Gewaltige Medien in München


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Die Tagung

Hat die Gewalt in den Medien zugenommen? Wie wirkt die medial vermittelte Gewalt auf unsere Kinder? Welche Ballerspiele sind am Beliebtesten und warum? Was machen die FSK und USK? Wie lauten die praxisnahen Tipps für eine zeitgemäße Medienerziehung?

Dies sind nur einige der Fragestellungen, mit denen sich der Fachtag „Gewaltige Medien“ am 15. Januar 2009 in der Katholischen Stiftungsfachhochschule in München beschäftigte. Teilgenommen haben angehenden Erzieherinnen und Erzieher aus der Katholischen Fachakademie für Sozialpädagogik München, sowie pädagogisch Verantwortliche, die sich mit diesem Thema beschäftigen und grundlegende Informationen sowie vertiefende Auseinandersetzungen in Workshops suchten.

In der Ansprache von Annette Vogt (Vizepräsidentin der Kath. Stiftungsfachhochschule München) und Annette Scherr-Fehrmann (Kath. Fachakademie für Sozialpädagogik) wurden die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßt. Diese nutzten die Gelegenheit, sich von kompetenten Referentinnen und Referenten informieren zu lassen und in Workshops im gemeinsamen Diskurs, sowohl in Diskussionen als auch in praktischer Auseinandersetzung, die Thematik zu vertiefen.

Hans-Jürgen Palme (SIN-Studio im Netz) vermittelte im Eingangsreferat einen Überblick über die verschiedenen Facetten von medialer Gewalt im Wandel der Zeit: angefangen mit einer Retrospektive bis hin zu den aktuell umstrittenen Computerspielen und Filmen. Bereits hier wurde als eine Antwort auf die Frage "Wie schütze ich Kinder vor diesem Teil der medialen Welt?" die Förderung der Medienkompetenz bereits im frühen Alter angeregt.

Im Anschluss daran folgten 9 Workshopangebote, die die Thematik "Gewaltige Medien" auf unterschiedliche Art und Weise vertieften:

Armin Anstett und Bianca Nickl (beide Stadtjugendamt der LH München) stellten in ihrem Workshop Happy Slapping & Co. die neuen Nutzungsmöglichkeiten von Handy und co. und die mit ihnen einhergehenden möglichen Gefahren vor. Es wurden Verhaltenstipps und Handlungsmöglichkeiten erörtert, sowie Beispiele zu medienpädagogischen Projekten mit der jeweiligen Zielgruppe gegeben.

Irmgard Hainz (Aktion Jugendschutz Bayern und FSK) informierte über die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). In einer fiktiven FSK-Prüfsitzung wurde die Altersfreigabe am Beispiel eines  Zeichentrickfilms "Das Geheimnis der Frösche" festgelegt. Die Positionen der Workshop-Teilnehmer/-innen schwankten zwischen einer Altersfreigabe ab 6 und ab 8/9, obwohl der Film ab 0 offiziell freigegeben wurde. Dies verdeutlichte, wie komplex und schwierig eine Bewertung – auch in den offiziellen Gremien – oftmals ist.

Doris Schalles-Öttl (Kath. Fachakademie für Sozialpädagogik) und Annette Scheer-Fhrmann (Kath. Fachakademie für Sozialpädagogik) informierten in ihrem Workshop Ohne -  erhobenen Zeigefinger - Methoden für medienpädagogische Elternarbeit über Methoden für medienpädagogische Elternarbeit. Diese Methoden wurden anschließend gemeinsam ausprobiert und in Hinblick auf ihre Anwendbarkeit hin diskutiert.

Alexander Buck (Medienbeauftragter der Kath. Stiftungsfachhochschule) und Ronnie Seidl (SIN -Studio im Netz e.V.) diskutierten mit den Teilnehmern das Thema Handel in Medienwelten: Wie verwalte ich meine Freunde? Dabei wurden die Themen Freundschaft, Selbst und der Andere, Virtualität und Realität im Fokus der Social-Communities angeschnitten und kritisch hinterfragt.

Hans-Jürgen Palme, Daniela Riediger und Katrin Huber (alle SIN - Studio im Netz e.V.) boten den Teilnehmern im Erfahrungsraum die Möglichkeit aktuelle Spieletrends für Kinder und Jugendliche (wie Playstation 2, Wii und aktuelle Software für den PC) selbst auszuprobieren. In einer anschließenden Diskussion unterhielten sich die Teilnehmer/innen angeregt über die eigenen Erfahrungen, den pädagogischen Wert und die möglichen Konsequenzen der Spiele auf das Verhalten der Kinder.

Anja Hellmann und Hans Holleis (Skillz e.V.) stellten in ihrem Workshop Medienpädagogische Strategien im Web 2.0 - Diskussion einiger Arbeisansätze mit praktischen Übungen die zentralen Aspekte ihrer Arbeit zur Debatte: Was bedeutet Identitätsarbeit mit Jugendlichen? Wie lässt sich ein integrativer Ansatz verwirklichen? Wie können interkulturelle Begegnungen gestaltet werden? Dabei wurden in den diversen Übungen die Ansätze auch praktisch erfahrbar gemacht.

Manfred Liesaus (Jugendamt Pfaffenhofen und USK) informierte in seinem Workshop Altersfreigaben -Schikane oder notwendige Hilfestellung für Eltern und Erziehungsberechtigte? über die verschiedenen Spielegenres mit anschaulichen Beispielen und stellte anhand einer fiktiven Prüfungssituation die Arbeitsweisen der USK vor. So wurden die Kriterien für die Altersfreigabe veranschaulicht.

Martina Pfaffman und Astrid Bauer (beide Pomki.de) stellten in dem Workshop "2-mal 3 macht 4, widdewiddewitt und 3 macht INTERNET" - aktiv dabei sein! - in der pomki.de Kinderredaktion das offizielle Kinderportal der LH München vor und gaben einen Einblick in die medienpädagogische Arbeit mit Kindern in einer Kinderredaktion. Dabei stand im Vordergrund wie man Kinder erfolgreich als Experten für ihre Lebenswelt einbezieht, mit ihnen Texte und Webseiten gestaltet und sie so an eine verantwortungsbewusste und gewinnbringende Nutzung des Medium Internet heranführt.

Sabine Kögel-Popp (Evangelische Medienzentrale Bayern, FSK und KJM) stellte im Rahmen ihres Workshop Filme und Bilderbuchkino für Kinder - Anregungen zur medienpädagogischen Arbeit Kinderfilme und Kurzfilme für Kinder vor und gab Tipps und Anregungen für deren Einsatz in der pädagogischen Arbeit.

Am Nachmittag wurde der Fachtag abgerundet mit einem Plenumsreferat von Armin Anstett zur Fragestellung "Jugendmedienschutz, quo vadis?". Das Fazit hierbei: Das Jugendmedienschutzgesetz ist wichtig und hat sich vielfältig bewährt – aber: Angesichts der globalisierten Internetwelten kann der Schutz unserer Kinder nicht allein durch nationale Gesetzte und Verbote realisiert werden. Eine verantwortungsvolle Medienbildung unserer Kinder ist wichtiger denn je. Hierbei sind vor allem die pädagogisch Verantwortlichen gefragt.

 

Veranstalter:

  • AG Inter@ktiv

  • Aktion Jugendschutz – Landesarbeitsstelle Bayern e.V.

  • Evangelische Medienzentrale Bayern

  • Kath. Fachakademie für Sozialpädagogik

  • Kath. Stiftungsfachhochschule

  • SIN-Studio im Netz e.V.

  • Stadtjugendamt der LH München

  • Pomki.de - das offizielle Kinderportal der LH München

Veranstaltungsort: Katholische Stiftungsfachhochschule München

Zeit: 15. April 2008 von 9:00 bis 16:00 Uhr

Organisation: SIN-Studio im Netz
 


Das Programm


09.00 Uhr  Ankunft, Check In

09:30 Uhr  Begrüßung
Sr. Carmen Tatschmurat (Profesorin der Kath. Stiftungsfachhochschule) Annette Scherr-Fehrmann (Kath. Fachakademie für Sozialpädagogik München)

09:45 Uhr  Einführung: Gewalt & Medien
Facetten der medialen Gewalt mit Beispielen
(Hans-Jürgen Palme, SIN - Studio im Netz e.V.)

10.45 Uhr  Workshops 1. Runde:

13.15 Uhr   Workshops 2. Runde:

14.45 Uhr  Jugendmedienschutz, quo vadis?
Zum Stand des Jugendmedienschutzes (Armin Anstett, Stadtjugendamt der LH München)

15.00 Uhr  Web 3.0 - das semantische Internet
Zu den Entwicklungen des künftigen Web (Alexander Buck, Kath. Stiftungsfachhochschule)

15.15 Uhr  Tagungsabschluss

16.00 Uhr  Ende

 



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