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Fachtag
Gewaltige Medien 2006 |
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Wie hat sich die Mediengewalt im Wandel der Zeit verändert? Wie wirkt die medial vermittelte Gewalt auf unsere Kinder? Was ist die FSK und was macht sie? Welche Computerspiele sind am beliebtesten bei Jungen und Mädchen und warum? Wie lauten die praxisnahen Tipps für eine zeitgemäße Medienerziehung? Dies sind nur einige der Fragestellungen, mit denen sich der Fachtag „Gewaltige Medien“ am 24. Juli 2006 an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Mühldorf beschäftigte. Eingeladen waren vor allem die dort ausgebildeten angehenden Erzieherinnen und Erzieher sowie pädagogisch Verantwortliche, die sich mit diesem Thema beschäftigen und grundlegende Informationen sowie vertiefende Auseinandersetzungen in Workshops suchten. In der Ansprache von Walter Rosnitschek (Direktor der Fachakademie) und Irmgard Hainz (Aktion Jugendschutz Bayern e.V.) wurden die rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßt. Diese nutzten die Gelegenheit, sich von kompetenten Referentinnen und Referenten informieren zu lassen und in Workshops im gemeinsamen Diskurs, sowohl in Diskussionen als auch in praktischer Auseinandersetzung, die Thematik zu vertiefen. Hans-Jürgen Palme (SIN-Studio im Netz) vermittelte im Eingangsreferat einen Überblick über die verschiedenen Facetten von medialer Gewalt im Wandel der Zeit: angefangen mit einer Retrospektive (u.a. mit Ausschnitten aus "Der weiße Hai" und "Tom & Jerry") bis hin zu den aktuell umstrittenen Computerspielen (z.B."Counter-Strike") und Filmen (u.a. "Sin City"). Bereits hier wurde als eine Antwort auf die Frage "Wie schütze ich Kinder vor diesem Teil der medialen Welt?" die Förderung der Medienkompetenz bereits im frühen Alter angeregt. Im Anschluss daran folgten 6 Workshopangebote, die die Thematik "Gewaltige Medien" auf unterschiedliche Art und Weise vertieften: Armin Anstett (Diplompädagoge) informierte über die Arbeit des Prüfgremiums der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle e.V.) und stellte die Kriterien für eine Alterskennzeichnung von Computerspielen vor, die vor allem auf psychologischen, pädagogischen und soziologischen Faktoren beruhen. Irmgard Hainz (Aktion Jugendschutz Bayern) informierte über die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). In einer fiktiven FSK-Prüfsitzung wurde die Altersfreigabe am Beispiel eines Zeichentrickfilms "Das Geheimnis der Frösche" festgelegt. Die Positionen der Workshop-Teilnehmer/-innen schwankten zwischen einer Altersfreigabe ab 6 und ab 8/9, obwohl der Film ab 0 offiziell freigegeben wurde. Dies verdeutlichte, wie komplex und schwierig eine Bewertung – auch in den offiziellen Gremien – oftmals ist. Michael Gurt (JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis) berichtete über den Stand der Medienwirkungsforschung. Medien hätten eine nachweislich verstärkende Wirkung, aber wie sie auf welchen Menschen wirken, hänge von den Lebenskontexten und realen Erfahrungen des einzelnen ab. Einige Theorien zur Medienwirkung wurden gegenübergestellt und anhand von Szenen aus Filmen und Computerspielen veranschaulicht und diskutiert. Edith Ilg (Schul- und Kultusreferat München) und Alexandra Klauck (SIN - Studio im Netz e.V.) stellten das medienpädagogische Modellprojekt „Multimedia-Landschaften für Kinder“ vor. Vor allem die frühzeitige Ausformung der kindlichen Medienkompetenz steht hierbei im Zentrum. Die Referentinnen stellten außerdem „sinnvolle“ und für den Kindergartenbereich geeignete Spielsoftware vor. Sabine Kögel-Popp (Evangelische Medienzentrale Bayern) und Doris Schalles-Öttl (Katholische Fachakademie für Sozialpädagogik) gaben Tipps und Hinweise für die praktische Medienerziehung. Die beiden Referentinnen wählten als Einstieg eine Auseinandersetzung mit dem Gewaltbegriff und ließen die Teilnehmer/innen hierzu eine Wandzeitung erstellen. Im Anschluss daran folgte das "Moritzspiel" bei dem die Zuhörer/innen Serien und Filme für Kinder (u.a. "Vicky", "Findet Nemo") bewerten mussten. Schließlich wurde ein Bilderbuchkino mit medienpädagogischen Anregungen vorgestellt. Hans-Jürgen Palme und Björn Friedrich (SIN) betreuten den Erfahrungsraum, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Erfahrungen mit gewalthaltigen Spielen sammeln konnten. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit, neue Trends im Computerspielsektor zu erproben. In einer anschließenden Diskussion unterhielten sich die Teilnehmer/innen angeregt über die eigenen Erfahrungen, den pädagogischen Wert und die möglichen Konsequenzen der Spiele auf das Verhalten der Kinder. Der Fachtag wurde abgerundet mit einem Plenumsreferat von Armin Anstett zur Fragestellung „Jugendmedienschutz, quo vadis?“. Das Fazit hierbei: Das Jugendmedienschutzgesetz ist wichtig und hat sich vielfältig bewährt – aber: Angesichts der globalisierten Internetwelten kann der Schutz unserer Kinder nicht allein durch nationale Gesetzte und Verbote realisiert werden. Eine verantwortungsvolle Medienbildung unserer Kinder ist wichtiger denn je. Hierbei sind vor allem die pädagogisch Verantwortlichen gefragt.
Veranstalter: Aktion Jugendschutz – Landesarbeitsstelle Bayern e.V.; Evangelische Medienzentrale Bayern; SIN-Studio im Netz e.V. Veranstaltungsort: Fachakademie für Sozialpädagogik Mühldorf Zeit: 24. Juli 2006 von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr Organisation: SIN-Studio im Netz |
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10.00 Uhr Begrüßung Walter Rosnitschek, Direktor der Fachakademie; Irmgard Hainz, Aktion Jugendschutz Bayern e.V.
10.15 Uhr Einführung: Gewalt & Medien Facetten der medialen Gewalt mit Beispielen (Hans-Jürgen Palme, SIN - Studio im Netz e.v.)
11.30 Uhr Workshops:
Freigegeben ab… Alterskennzeichnung für Computerspiele (Armin Anstett, Diplom-Sozialpädagoge)
FSK - Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (Irmgard Hainz, Aktion Jugendschutz Bayern e.V.)
Medien wirken, aber wie? Stand der Medienwirkungsforschung (Michael Gurt, JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis)
Erfahrungsraum Spielerlebnisse selbst erfahren (Hans-Jürgen Palme und Björn Friedrich, SIN - Studio im Netz e.V.)
Medienpädagogisches Modellprojekt Medieneinsatz in Kindertageseinrichtungen (Edith Ilg, Schulreferat der LH München; Alexandra Klauck, SIN - Studio im Netz e.V.)
Medienerziehung praktisch Tipps und Hinweise (Sabine Kögel-Popp, Ev. Medienzentrale Bayern; Doris Schalles-Öttl, Medienpädagogin)
13.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Ergebnisse Zusammenfassungen und Impressionen aus den Workshops
14.15 Uhr Jugendmedienschutz, quo vadis? Zum Stand des Jugendmedienschutzes (Armin Anstett, Stadtjugendamt München)
14.45 Uhr Ausblick/Perspektiven
15.00 Uhr Ende |
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