Fachtag Gewaltige Medien 2005

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Die Tagung

 

Hat die Gewalt in den Medien zugenommen? Wie wirkt die medial vermittelte Gewalt auf unsere Kinder? Was macht die FSK und USK? Welche Ballerspiele sind am Beliebtesten und warum? Wie lauten die praxisnahen Tipps für eine zeitgemäße Medienerziehung?

Dies sind nur einige der Fragestellungen, mit denen sich der Fachtag „Gewaltige Medien“ am 13. Oktober 2005 in der Katholischen Fachakademie für Sozialpädagogik in München beschäftigte. Eingeladen waren vor allem angehende Erzieherinnen und Erzieher sowie pädagogisch Verantwortliche, die noch wenig mit diesem Thema vertraut sind. Die Resonanz lag weit über den Erwartungen.

In seiner Begrüßung freute sich Werner van Laak, der Leiter der Katholischen Fachakademie, dass 160 Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Gelegenheit genutzt haben, um sich von kompetenten Referentinnen und Referenten informieren zu lassen und in Workshops im gemeinsamen Diskurs die Thematik zu vertiefen.

Klaus Schwarzer (Stadtjugendamt München) und Hans-Jürgen Palme (SIN-Studio im Netz) vermittelten im Eingangsreferat einen Überblick über die verschiedenen Facetten von medialer Gewalt und deren gesellschaftlicher Bewertung im Wandel der Zeit.

Im Anschluss daran folgten Workshopangebote, die wichtige Bereiche rund um die Thematik aufgriffen.   

Armin Anstett und Bianca Rößler (beide vom Stadtjugendamt) stellte die Kriterien für eine Altersfreigabe von Computerspielen vor. Es ging hier insbesondere um die Einbeziehung der verschiedenen Stufen der kindlichen Entwicklung, wobei die Gefahr der emotionalen Überforderung ein wichtiges Bewertungskriterium ist.

Irmgard Hainz (Aktion Jugendschutz Bayern) und Klaus Schwarzer (Stadtjugendamt) informierten über die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). In einer fiktiven FSK-Prüfsitzung wurde die Altersfreigabe am Beispiel eines französischen Zeichentrickfilms festgelegt. Die Positionen der Workshop-Teilnehmer/-innen schwankten zwischen einer Altersfreigabe ab 0 und ab 12 Jahren. Dies verdeutlichte, wie komplex und schwierig eine Bewertung – auch in den offiziellen Gremien – oftmals ist.

Andreas Kirchhoff (JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis) berichtete über den Stand der Medienwirkungsforschung. Er warnte vor zu simpel gestrickten Wirkungsthesen und verwies darauf, dass es keine Hinweise auf monokausale Zusammenhänge und „Globalbeurteilungen“ gäbe. Die gleiche Szene könne eine ganz unterschiedliche Wirkung auf verschiedene Menschen haben. Um Wirkungen herauszufiltern sind differenzierte Betrachtungsweisen (z.B. Banduras Modell des Beobachtungslernen) hilfreich.

Edith Ilg (Schul- und Kultusreferat) stellte das medienpädagogische Modellprojekt „Multimedia-Landschaften für Kinder“ vor. Vor allem die frühzeitige Ausformung der kindlichen Medienkompetenz steht hierbei im Zentrum. Die Referentin stellte außerdem „sinnvolle“ und für den Kindergartenbereich geeignete Spielsoftware vor.

Sabine Kögel-Popp (Evangelische Medienzentrale Bayern) und Doris Schalles-Öttl (Katholische Fachakademie für Sozialpädagogik) gaben Tipps und Hinweise für die praktische Medienerziehung. Die beiden Referentinnen stellten verschiedene Arbeitsmaterialien und Methoden vor, die in der pädagogischen Praxis einen Einstieg in das Thema „Gewalt in den Medien“ ermöglichen. Dabei gaben sie vor allem Anregungen für den Vorschulbereich, aber auch die Elternarbeit fand Berücksichtigung. Ergänzend dazu stellten zwei Studierende der Fachakademie eine Befragung vor, die sie zu der Fernsehsendung „Yu-Gi-Oh“ durchgeführt hatten. Die Präsentation unterschiedlicher Medien, vom Bilderbuchkino über Ausschnitte eines Filmgesprächs bis hin zum selbstgemachten Kurzfilm einer Kinderkinogruppe, fand bei den Teilnehmerinnen großes Interesse.

Hans-Jürgen Palme und Tobias Miller (SIN) betreuten den Erfahrungsraum, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Erfahrungen mit gewalthaltigen Spielen sammeln konnten. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit, neue Trends im Computerspielsektor zu erproben und zu diskutieren.

Der Fachtag wurde abgerundet mit einem Plenumsreferat von Armin Anstett zur Fragestellung „Jugendmedienschutz, quo vadis?“. Das Fazit hierbei: Das Jugendmedienschutzgesetz ist wichtig und hat sich vielfältig bewährt – aber: Angesichts der globalisierten Internetwelten kann der Schutz unserer Kinder nicht allein durch nationale Gesetzte und Verbote realisiert werden. Eine verantwortungsvolle Medienbildung unserer Kinder ist wichtiger denn je. Hierbei sind vor allem die pädagogisch Verantwortlichen gefragt.

Der Fachtag „Gewaltige Medien“ war eine Veranstaltung in der Reihe „Inter@ktiv - MultiMediaAktuell“.

Veranstalter: AG Inter@ktiv; Aktion Jugendschutz – Landesarbeitsstelle Bayern e.V.; Evangelische Medienzentrale Bayern; Katholische Fachakademie für Sozialpädagogik; SIN-Studio im Netz e.V.; Stadtjugendamt der LH München;

Veranstaltungsort: Katholische Fachakademie für Sozialpädagogik

Zeit: 13. Oktober 2005 von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Organisation: SIN-Studio im Netz


Das Programm

 

10.00 Uhr Begrüßung

Werner van Laak, Katholische Fachakademie für Sozialpädagogik

 

10.15 Uhr Gewalt & Medien

Facetten der medialen Gewalt mit Beispielen

(Hans-Jürgen Palme, Studio im Netz; Klaus Schwarzer, Stadtjugendamt München)

 

11.30 Uhr Workshops:

 

Freigegeben ab…

Alterskennzeichnung für Computerspiele

(Armin Anstett, Bianca Rößler, Stadtjugendamt München)

 

FSK - Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft

(Irmgard Hainz, Aktion Jugendschutz Bayern; Klaus Schwarzer, Stadtjugendamt München)

 

Medien wirken, aber wie?

Stand der Medienwirkungsforschung

(Andreas Kirchhoff, JFF)

 

Erfahrungsraum

Spielerlebnisse erfahren und erfahrene Spieler/-innen befragen

(SIN - Studio im Netz und Studierende der Katholischen Fachakademie)

 

Medienpädagogisches Modellprojekt

Medieneinsatz in Kindertageseinrichtungen

(Edith Ilg, Schulreferat der LH München)

 

Medienerziehung praktisch

Tipps und Hinweise

(Sabine Kögel-Popp, Ev. Medienzentrale in Bayern; Doris Schalles-Öttl, Kath. Fachakademie

für Sozialpädagogik)

 

13.00 Uhr Mittagspause

 

14.00 Uhr Ergebnisse

Zusammenfassungen und Impressionen aus den Workshops

 

14.30 Uhr Jugendmedienschutz, quo vadis?

Zum Stand des Jugendmedienschutzes

(Armin Anstett, Stadtjugendamt München)

 

15.00 Uhr Ausblick/Perspektiven

 

anschließend Kaffeegespräche

 

16.00 Uhr Ende


Impressionen
 

im Plenum

Vortrag

Freigegeben ab 6

 

FSK

 

Pause

 

Medienwirkungen

 

Erfahrungsraum

 

Modellprojekt

 

Medienerziehung

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