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Fachtag Gewaltige Medien in der Katholischen Fachakademie für Sozialpädagogik

Die Tagung

Impressionen


Die Tagung

 

Hat die Gewalt in den Medien zugenommen? Wie wirkt die medial vermittelte Gewalt auf unsere Kinder? Was macht die FSK und USK? Welche Ballerspiele sind am Beliebtesten und warum? Wie lauten die praxisnahen Tipps für eine zeitgemäße Medienerziehung?

Dies sind nur einige der Fragestellungen, mit denen sich der Fachtag „Gewaltige Medien“ in der Katholischen Fachakademie für Sozialpädagogik in München beschäftigte. Eingeladen waren vor allem angehende Erzieherinnen und Erzieher sowie pädagogisch Verantwortliche, die noch wenig mit diesem Thema vertraut sind. Die Resonanz lag weit über den Erwartungen.

In ihrer Begrüßung freute sich die stellvertretende Schulleiterin der Katholischen Fachakademie für Sozialpädagogik, Annette Scherr-Fehrmann, über das Kommen von 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die große Bereitschaft, sich von kompetenten Referentinnen und Referenten informieren zu lassen und in Workshops im gemeinsamen Diskurs die Thematik zu vertiefen, verweist auf die hohe Relevanz der Thematik.

Am Vormittag vermittelten Klaus Schwarzer (Stadtjugendamt München) und Hans-Jürgen Palme (SIN - Studio im Netz) im Eingangsreferat dem Plenum einen Überblick über die verschiedenen Facetten von medialer Gewalt und deren gesellschaftlicher Bewertung im Wandel der Zeit.

Im Anschluss daran folgten Workshopangebote, die wichtige Bereiche rund um die Thematik aufgriffen.   

Armin Anstett und Bianca Rößler (beide vom Stadtjugendamt) stellte die Kriterien für eine Altersfreigabe von Computerspielen vor. Es ging hier insbesondere um die Einbeziehung der verschiedenen Stufen der kindlichen Entwicklung, wobei die Gefahr der emotionalen Überforderung ein wichtiges Bewertungskriterium ist.

Irmgard Hainz (Aktion Jugendschutz Bayern) und Klaus Schwarzer (Stadtjugendamt) informierten über die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). In einer fiktiven FSK-Prüfsitzung wurde die Altersfreigabe am Beispiel eines französischen Zeichentrickfilms festgelegt. Die Positionen der Workshop-Teilnehmer/-innen schwankten zwischen einer Altersfreigabe ab 0 und ab 12 Jahren. Dies verdeutlichte, wie komplex und schwierig eine Bewertung – auch in den offiziellen Gremien – oftmals ist.

Andreas Kirchhoff (JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis) berichtete über den Stand der Medienwirkungsforschung. Er warnte vor zu simpel gestrickten Wirkungsthesen und verwies darauf, dass es keine Hinweise auf monokausale Zusammenhänge und „Globalbeurteilungen“ gäbe. Die gleiche Szene könne eine ganz unterschiedliche Wirkung auf verschiedene Menschen haben. Um Wirkungen herauszufiltern sind differenzierte Betrachtungsweisen (z.B. Banduras Modell des Beobachtungslernen) hilfreich.

Alexandra Klauck (SIN) stellte zum Thema Medieneinsatz in Kindertageseinrichtungen das medienpädagogische Modellprojekt „Multimedia-Landschaften für Kinder“ vor. Vor allem die frühzeitige Ausformung der kindlichen Medienkompetenz steht hierbei im Zentrum. Die Referentin stellte außerdem „sinnvolle“ und für den Kindergartenbereich geeignete Spielsoftware vor.

Sabine Kögel-Popp (Evangelische Medienzentrale Bayern) und Doris Schalles-Öttl (Katholische Fachakademie für Sozialpädagogik) gaben Tipps und Hinweise für die praktische Medienerziehung. Die beiden Referentinnen stellten verschiedene Arbeitsmaterialien und Methoden vor, die in der pädagogischen Praxis einen Einstieg in das Thema „Gewalt in den Medien“ ermöglichen. Dabei gaben sie vor allem Anregungen für den Vorschulbereich, aber auch die Elternarbeit fand Berücksichtigung. Ergänzend dazu stellten zwei Studierende der Fachakademie eine Befragung vor, die sie zu der Fernsehsendung „Yu-Gi-Oh“ durchgeführt hatten. Die Präsentation unterschiedlicher Medien, vom Bilderbuchkino über Ausschnitte eines Filmgesprächs bis hin zum selbst gemachten Kurzfilm einer Kinderkinogruppe, fand bei den Teilnehmerinnen großes Interesse.

Björn Friedrich und Tobias Miller (beide SIN) betreuten den Erfahrungsraum, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Erfahrungen mit gewalthaltigen Spielen sammeln konnten. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit, neue Trends im Computerspielsektor zu erproben und im Anschluss daran in offener Runde zu diskutieren.

Annette Scherr-Fehrmann (Katholische Fachakademie) und Hans-Jürgen Palme (SIN) luden im Workshop Medienängste zum moderierten Meinungsaustausch rund um Themenkomplex "Kinder und Medien". Insbesondere Vorbehalte, Befürchtungen und Ängste standen im Mittelpunkt der Diskussion.

Am Nachmittag wurde der Fachtag abgerundet mit einem Plenumsreferat von Armin Anstett zur Fragestellung „Jugendmedienschutz, quo vadis?“. Das Fazit hierbei: Das Jugendmedienschutzgesetz ist wichtig und hat sich vielfältig bewährt – aber: Angesichts der globalisierten Internetwelten kann der Schutz unserer Kinder nicht allein durch nationale Gesetzte und Verbote realisiert werden. Eine verantwortungsvolle Medienbildung unserer Kinder ist wichtiger denn je. Hierbei sind vor allem die pädagogisch Verantwortlichen gefragt.

Der Fachtag „Gewaltige Medien“ war eine Veranstaltung in der Reihe „Inter@ktiv - MultiMediaAktuell“.

Veranstalter: AG Inter@ktiv; Aktion Jugendschutz – Landesarbeitsstelle Bayern e.V.; Evangelische Medienzentrale Bayern; Katholische Fachakademie für Sozialpädagogik; SIN-Studio im Netz e.V.; Stadtjugendamt der LH München;

Veranstaltungsort: Katholische Fachakademie für Sozialpädagogik

Zeit: 19. Oktober 2006 von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Organisation: SIN - Studio im Netz

 

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Impressionen

 

im Plenum

Facetten medialer Gewalt

 

Altersfreigabe von Computerspielen

Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft

Medienängste

 

Stand der Medienwirkungsforschung

Erfahrungsraum

 

Medieneinsatz in Kindertageseinrichtungen

Medienerziehung praktisch

 

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